Kundgebung zum Internationalen Tag der Pflegenden am Di. 12.05.2020 um 19:00 auf dem Holzmarkt

Solidarität mit allen, die Pflege- und Sorge-Arbeit leisten – für ein solidarisches Gesundheitswesen

Die Corona-Krise hat wie unter einem Brennglas den Zustand der Gesundheitssysteme weltweit ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Misere hier, in einem der reichsten Länder der Erde, ist oft beschrieben und kritisiert worden:

  • Die falsche Ökonomisierung der Kliniken durch das Fallpauschalen-System, das Behandlung nach Rentabilitätsgesichtspunkten ausrichtet und Vorkehrungen für eventuelle Krisen verunmöglicht,
  • das Kaputtsparen der dezentralen Grundversorgung,
  • das gnadenlose Auspowern all der Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten,
  • die viel zu geringe Entlohnung aller Beschäftigten und das Entrechten z.B. des Reinigungspersonals in den Kliniken,
  • das individuelle Abschieben von Pflege in die Haushalte/Familien, meist auf dem Rücken und zu Lasten von Frauen*.

Die Corona-Krise hat schlagartig ins Bewusstsein gerufen, dass ohne ein zuverlässig funktionierendes und humanes Gesundheitssystem und ohne den hohen Einsatz der Behandelnden und Pflegenden am Ende alles nichts ist.

Lassen wir also die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen, der seit vielen Jahren in weiten Teilen der Gesellschaft beklagten systemischen Misere und der Geringschätzung dieses so zentralen gesellschaftlichen Bereiches ein Ende zu bereiten und ein anderes Leitbild an seine Stelle zu setzen.

Bringt Krachinstrumente, Töpfe, Pfannen mit. Schlagen wir Krach für eine dringende Veränderung, und klatschen wir gleichzeitig in Solidarität mit den Pflegenden. Tragen wir den Protest aus den Stadtvierteln und von den Balkonen zum Tag der Pflegenden symbolisch mitten in die Stadt.

Kundgebung zum Internationalen Tag der Pflegenden

am Dienstag 12.05.2020 um 19:00 auf dem Holzmarkt

Schlagen wir weiter immer Montags um 19:00 in unseren Nachbarschaften Krach, bis die Weichen auf Veränderung gestellt sind.

  • Gesundheit ist keine Ware!
  • Für ein solidarisches Gesundheitswesen mit freiem und gleichem Zugang für alle!
  • Schluss mit Profitorientierung in medizinischer Behandlung und Pflege!
  • Entlastung, Wertschätzung und gute Bezahlung für alle Pflegenden!
  • Kliniken in öffentliche Hand bei bedarfsgerechter Finanzierung!
  • Sorgearbeit und Reproduktion ins Zentrum der Gesellschaft und Ökonomie!

WICHTIG: Beachtet die Hygiene- und Abstandsregeln und tragt bitte Mund-Nasenschutz. Verhaltet euch vorsichtig und rücksichtsvoll.

Es rufen auf:
Bündnis für mehr Personal in unseren Krankenhäusern und
Kollektiv Gesundheitsgerechtigkeit

Aktionsaufruf „Klatschen ist gut, Krach machen ist besser!“

Liebe Tübinger*innen, liebe Nachbarn,

der Aktionsaufruf „Klatschen ist gut, Krach machen ist besser!“ https://www.facebook.com/events/541528866770004/ wurde vom „Berliner Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“ und Kolleg*innen der Berliner Charite gestartet. Sie schreiben: „ Das Gesundheitssystem ist am Kapitalismus erkrankt und die Leidtragenden sind die, die schon seit Jahren dagegen auf die Straße gehen. Wir wollen nicht nur danke sagen, sondern mehr Geld & Zeit für Sorge – und Pflegearbeit fordern. Dafür kämpfen Pflegekräfte schon lange: Kranken – und Pflegeeinrichtungen sollen sich am Bedarf orientieren und keine Profite machen! Auch in anderen „systemrelevanten“ Berufen sind prekäre Arbeitsverhältnisse seit langem an der Tagesordnung.“ Die aktuelle Coronakrise verschärft die bestehenden Probleme in den Kranken – und Pflegeeinrichtungen und das zum Leidwesen der Beschäftigten, Patient*innen/Bewohner*innen. Das dramatische Schlaglicht auf diese Zustände könnte aber auch eine Tür zu dessen Lösung aufstoßen. Wir, einige Bewohner*innen des Tübinger Französischen Viertel und potentielle Patient*innen, wollen diese Initiative aufgreifen und in etwas abgewandelter Form hier in Tübingen etablieren. Am Montag, den 13.04. ab 19 Uhr werden wir mit Töpfen, Trommeln, Musikinstrumenten, … , lautstark und rhythmisch auf die Forderung nach mehr Personal im Gesundheits– und Pflegebereich („Mehr von uns ist besser für alle“) hinweisen. Uns geht es um eine am Bedarf orientierte Daseinsvorsorge und nicht um Profite. Diese lautstarke Aktion werden wir dann, hoffentlich gemeinsam mit vielen Tübinger*innen, an den Montagen, 20.04. und 27.04. immer um 19 Uhr wiederholen. Die lokalen Medien werden wir hierüber informieren. Ladet euch die Sprachnachricht von den Berliner Kolleg*innen runter https://we.tl/t-S9YFPigsQK und spielt sie ab, malt Transparente und hängt sie an eure Balkone, ruft Parolen und/oder verteilt Handzettel und Plakate in eurer Nachbarschaft und ladet eure Nachbar*innen und Freund*innen zu dieser Aktion ein. Wir hoffen auf eine große Beteiligung. Einige Tübinger*innen

Für ein menschenwürdiges Leben für alle! Statement der iL Tübingen nach dem Aktionstag #LeaveNoOneBehind

Am Sonntag, 5.4., wurden in Tübingen Spuren hinterlassen, die auf die
Situation der Geflüchteten an den EU-Außengrenzen aufmerksam machen
sollen. Aktionen fanden unter dem Aufruf #LeaveNoOneBehind bundesweit in
mehreren Städten statt.

Die Kripo sucht nun nach Zeug*innen – dort, wo Menschenrechtsverstöße
der EU stattfinden, braucht es keine Zeug*innen mehr, dort schauen die
Welt und Europa zu.
Die griechische Regierung setzte Anfang März das Asylrecht aus, nachdem
die Türkei die Grenzöffnung als taktisches Mittel ihrer Großmachtpolitik
eingesetzt hatte. Bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren, wurden
Menschen gefoltert und sogar erschossen – 2015 hat der bloße Vorschlag
noch einen europaweiten Aufschrei verursacht. Die griechische
Küstenwache beteiligt sich dabei auch an Angriffen auf Boote von
Geflüchteten. Faschistischen Gangs wurde freie Hand gelassen, Gewalt
gegen Journalist*innen und freiwillige Helfer*innen anzuwenden. Dazu
bezeichnet die EU-Kommissionsvorsitzende von der Leyen Griechenland ohne
einen Hauch von Ironie, Zögern oder Kritik als „Schild“ Europas.
Ebenfalls mitbeteiligt an rechtswidrigen und menschenfeindlichen
Verhaftungen, „Push-Backs“ und komplett illegalen Schauprozessen gegen
Geflüchtete ist die deutsche Bundespolizei.
Unter dem Zeichen der Corona-Pandemie drohen die Lager auf den
griechischen Inseln und überall in Europa zu Todesfallen zu werden. Das
Lager Moria ist für 3000 Menschen konzipiert, momentan sind es aber
20.000. Es gibt für 20.000 Menschen nur einen Arzt und drei
Krankenpfleger*innen, es gibt keine Möglichkeit zum social distancing,
eingeschränkte bis keine Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln,
keine ausreichende Möglichkeit zur Beatmung im Falle eines schweren
Krankheitsverlaufs.

Überall auf der Welt wird gerade mit den größten Anstrengungen versucht,
die Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Menschen zu schützen.
Wenn Demokratie und Menschenrechte nicht nur leere Worthülsen sein
sollen, dann muss das für alle gelten. Insbesondere für diejenigen, die
am verwundbarsten sind, weil sie vor Krieg flüchten. Solidarität darf
nicht vor den Toren von Geflüchtetenlagern und nicht an den
EU-Außengrenzen enden. Die Lager müssen jetzt evakuiert werden. Die
Menschen können nicht auf eine europäische Lösung warten, denn diese
Lösung wird es mit Nahezu-Diktatoren wie Viktor Orban nie geben.
Mehr als 140 Kommunen, darunter auch Tübingen, haben sich frewillig
unter der Initiative „Sichere Häfen“ bereit erklärt, Geflüchtete
aufzunehmen. Wir fordern die Bundesregierung auf, diese Initiative zu
unterstützen, nicht weiter auf Zeit zu spielen und stattdessen jetzt zu
handeln. Wir haben genug Platz.

Mit der Aktion am Tübinger Rathaus sollten die Menschen sichtbar gemacht
werden, die an den EU-Außengrenzen ignoriert und vergessen werden.
Selbstverständlich finden diese Aktionen auf den Marktplätzen, in den
Stadtzentren und an den Rathäusern statt – Politik gehört in die
Öffentlichkeit. Um so mehr, wenn es derart beschämende Politik ist. Sie
muss vor den Rathäusern und in den Stadtzentren sichtbar gemacht werden
– und eigentlich nicht nur, wie geschehen, mit wasserlöslicher Farbe –
bis Klopapier und Kopfsteinpflaster nicht mehr wichtiger sind als das
Recht auf ein menschenwürdiges Leben für alle. Leave no one behind!

#LeaveNoOneBehind

Wir erleben eine beispiellose menschenrechtliche, gesundheitliche und politische Katastrophe. Angesichts der weltweiten Corona-Pandemie müssen wir mehr denn je solidarisch handeln und jene unterstützen, die von dieser Katastrophe besonders schwer betroffen sind. Das sind unter anderem Alte, Arme, Obdachlose, Immunschwache und auch geflüchtete Menschen an unseren Außengrenzen.

Wie lange kann es ein Mensch unter unmenschlichen Bedingungen an der EU-Außengrenze aushalten? Die Zustände in den Lagern auf den griechischen Inseln spitzen sich seit Jahren zu. Schutzsuchende auf den griechischen Inseln und an der Grenze sind massiver Gewalt und systematischer Willkür ausgesetzt. Griechenland und die EU haben in den letzten Wochen grundlegende Menschenrechte und das Recht auf Asyl faktisch abgeschafft. Menschen auf der Flucht werden beschossen, die Bedingungen in Camps wie Moria bleiben absichtlich menschenunwürdig, weil die EU Schutzsuchende abschrecken will. Es herrscht dort Rechtlosigkeit, wo Solidarität und Menschlichkeit am dringendsten gebraucht wird. Die Situation in den überfüllten Lagern ist katastrophal, es fehlt an allem: von medizinischer Hilfe bis zu hygienischer Grundversorgung. Gefangen und isoliert auf den Inseln sind die Menschen der Pandemie schutzlos ausgeliefert. Denn Schutzmaßnahmen, die auf dem europäischen Festland getroffen werden, sind dort schlicht unmöglich.

Wir haben keine Zeit mehr: Wir müssen sofort die Menschen aus den Lagern evakuieren. Wenn die EU und die Regierungen jetzt nicht handeln, wird die schon jetzt herrschende Katastrophe viele weitere Menschenleben kosten.

Deswegen fordern wir von der Bundesregierung:

  • die sofortige Evakuierung aller Menschen aus den überfüllten Lagern an der EU-Außengrenze und ihre Unterbringung in aufnahmebereiten Ländern und Kommunen, wo sie angesichts der Corona-Pandemie den dringend notwendigen Zugang zu medizinischer Versorgung haben können
  • den sofortigen Stopp der Unterstützung der staatlichen Gewalt an der EU-Außengrenze
  • die bedingungslose Wahrung der Menschenrechte und die Wiederherstellung des Zugangs zu Schutz und Asylverfahren in der Europäischen Union

In Deutschland und ganz Europa: Wir lassen niemanden zurück – auch nicht an den EU-Außengrenzen!

Wir halten zusammen: Leave No OneBehind! Schließt Euch jetzt mit kreativen Protestformen und Aktionen an! Wir werden jetzt laut und unermüdlich sein und die Regierung unter Druck setzen, bis endlich die humanitäre Krise an den europäischen Außengrenzen beendet ist. Seid kreativ, zeigt mit orangenen Farben Solidarität und beteiligt euch an Aktionen, denn nur gemeinsam und geschlossen können wir der humanitären Katastrophe ein Ende bereiten!

 

Offener Brief: Hotels und Ferienwohnungen für Bedürftige öffnen

Wir haben mit unterzeichnet:

Offener Brief an die Stadt Tübingen, Tübinger Hotelbetreiber*innen und alle Menschen, die in irgendeiner Form leerstehenden Wohnraum besitzen

„Stay at home!“ Ein wichtiger Aufruf, welcher jedoch nicht für alle Menschen umsetzbar und auch mit unterschiedlichen Gefahren verbunden ist.

In Zeiten der Corona-Pandemie wird von Seiten der Regierungen dazu aufgefordert, dass alle Menschen zu Hause bleiben sollen. Dieser Appell ist vor dem Hintergrund der akuten und für manche Menschen lebensbedrohlichen Virus-Infektion nachvollziehbar und notwendig, um einen Anstieg der Infektionen einzudämmen und damit Leben zu schützen.

mehr: https://aboututopia.org/2020/04/02/offener-brief-hotels-und-ferienwohnungen-fuer-beduerftige-oeffnen/

Corona: Ein historischer Augenblick extremer Offenheit?!

„Die Pandemie bedroht das Leben und die wirtschaftliche Existenz von Millionen – und doch verweist die globale Krise auch auf die Möglichkeit einer besseren Zukunft.“
schreibt Raul Zelik in einem Artikel in der WOZ, den wir Euch sehr empfehlen möchten:

https://www.woz.ch/2014/coronakrise/ideen-die-zuvor-als-sozialistisches-teufelszeug-galten-werden-unter-applaus-durch

„All das [die dystopischen, negativen Effekte] ist real. Doch wahr ist eben auch das Gegenteil. In vielerlei Hinsicht verweist die Reaktion auf die Pandemie auch auf die Möglichkeit einer besseren Zukunft. Davon, dass sich in allen Städten spontan Solidaritätsnetzwerke gründen, um NachbarInnen zu versorgen, ist in den meisten Zeitungen schon die Rede gewesen. Wieder einmal zeigt sich, dass in Krisenmomenten der erste menschliche Reflex nicht der Hobbes’sche Bürgerkrieg aller gegen alle, sondern die Hilfsbereitschaft ist. Doch auch der staatliche Lockdown hat durchaus etwas Utopisches. Die grössten Einschränkungen des Soziallebens werden verordnet und akzeptiert, um die Schwächsten zu schützen, denn der einzige Zweck der Massnahme besteht darin, die medizinische Versorgung derjenigen zu sichern, die wegen ihres Alters und aufgrund von Vorerkrankungen auf die Intensivstation müssen. «Flatten the curve» ist eben nicht das Recht des Stärkeren, sondern Solidarität, denn in der Sprache des Marktes wären diese Risikogruppen nur ein «Kostenfaktor», und die Reichen könnten sich ihren Platz in der Privatklinik sichern. Die Tatsache, dass sich die Gesellschaft dem Markt verweigert und die Prioritäten – zumindest für ein paar Tage – anders setzt, ist keine Kleinigkeit.“

Demo: Weg mit dem Patriarchat! Sa. 7.3.20, 18 Uhr

Weg mit dem Patriarchat!
Infos zum internationalen Frauen- und Queerskampftag am 8. März:

Kommt am Vorabend des internationalen Frauen- und Queerkampftages zu einer queerfeministischen Nachttanzdemo, um die vorherrschenden Verhältnisse anzugreifen und für eine solidarische Gesellschaft einzustehen.
Treffpunkt: Samstag 07.03.2020 um 18 Uhr in der Karlstraße Tübingen

Was ist Queer(-feminismus)?
Queerfeminismus möchte mehr als die bloße Gleichstellung von Geschlechtern. Stattdessen sollte die Kategorie Geschlecht in ihrer bunten Vielfalt betrachtet werden, da die Einteilung in Männer und Frauen viele Menschen ausschließt, verletzt und beschränkt. Die Zuordnung zu einem Geschlecht darf keine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe sein! Frauen, Lesben, Inter-, Trans -, Agender und Nicht-binäre Personen (FLITAN*) werden im alltäglichen Leben nicht ernstgenommen, auf der Straße sexuell belästigt, angegriffen oder sogar ermordet.
Sobald die Körper von FLITAN* nicht der Vorstellung und Logik von zwei Geschlechtern entsprechen, sind sie Gewalt ausgesetzt. Sie müssen juristische, medizinische oder psychologische Eingriffe über sich ergehen lassen. Ein Beispiel dafür ist die bis heute andauernde Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen.
Auch finden immer noch Operationen an intersexuellen Menschen statt, denen dadurch oft schon im Kleinkindalter ein Geschlecht aufgezwungen wird, unter dem sie häufig ein Leben lang leiden.
Diese Fremdbestimmung über Körper, die in besonderem Maße FLITAN* betreffen, muss aufhören!
Wir kämpfen für die Selbstbestimmung und die Vielfalt des eigenen Geschlechts, des Körpers, der Beziehungsformen und der sexuellen Orientierung.
Der 8. März als Frauen- und Queerskampftag gegen das Patriarchat
Es geht darum, unterdrückende Strukturen wie das Patriarchat sichtbar zu machen und aufzubrechen. Denn es schadet nicht nur Frauen wie am 8. März oft thematisiert. Es schadet allen FLITAN* und insgesamt dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen. Die Entwertung und Unterdrückung von allem, was nicht einem männlichen Ideal entspricht, muss aufhören. Wir müssen solidarisch der Herabwürdigung sämtlicher Geschlechtsidentitäten entgegentreten. Wir wollen aufmerksam machen auf die vor allem von FLITAN* geleistete unbezahlte Reproduktions- und Fürsorgearbeit. Dazu zählen zum Beispiel die Pflege- oder Hausarbeit sowie die emotionale Arbeit in Beziehungen.
Unser Feminismus ist intersektional!
Wir halten die Verbindung mit anderen Kämpfen für unabdingbar. Der Kampf gegen das Patriarchat muss ineinader verschränkte Diskriminierungsformen thematisieren, angehen und überwinden. Deshalb muss er auch immer antirassistisch, antikapitalistisch und emanzipatorisch sein. Feminismus geht uns alle an, denn Sexismus, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt sind allgegenwärtig und nicht das Problem Einzelner. Wir solidarisieren uns mit Kämpfen von FLITAN* auf der ganzen Welt, ob organisiert oder im alltäglichen Leben.

Mobilisiert! Partizipiert! Seid LAUT und unbequem! Tanzt in euren Lieblingsoutfits. Lasst uns lautstark feiern, egal welchem oder keinem Geschlecht ihr euch zuordnet. Lasst uns gemeinsam widerständig sein, uns vernetzen und für eine solidarische Gesellschaft kämpfen. Wir fordern eine Welt, in der alle so leben und lieben können, wie und wen sie wollen -– jenseits von Kategorien wie Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Alter, Behinderung, Körpernormen und Klasse! Hier und überall!

Es gibt im hinteren Teil der Demo einen Kinder- und Familienblock.
Awarenesstelefon 015730348081
Es wird auch ein Auto für Menschen mit Behinderung geben.

Unterstützer*innen:
Rosa, about:utopia, FFF, Women defend Rojava, Interventionistische Linke, Frauen* Gruppe Zumutung, Zelle, Gartensia, LU15, Feminismen Hochschulgruppe
Musik von Mi0m und VHämHop
https://soundcloud.com/MI0M

Glossar:
Awarenss ist ein Bewusstsein für die herrschenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse, in denen Diskriminierung, Sexismus und sexualisierte Gewalt keine individuellen Einzelfälle sind. Es ist eine Haltung und ein Handeln, das Verantwortung übernimmt und darauf reagiert, dass Übergriffe und Benachteiligung auch in unserem alltäglichen Umfeld stattfindet.

FLITAN* ist ein Sammelbegriff für Frauen, Lesben, Inter-,Trans-,Agender-, und Nicht-binäre Personen. Es sind also alle Menschen außer cis-Männer gemeint.
Cis-Männer sind Personen, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde und die sich auch als Männer identifizieren.
Das Patriarchat bedeutet wörtlich übersetzt „Herrschaft des Vaters“, meint zusammenfassend die Vorherrschaft und Überlegenheit von cis- Männern über FLITAN*.

Intersektionalität beschäftigt sich mit der Verschränkung von sozialen Ungleichheiten, Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Im Fokus liegt das Zusammenwirken unterschiedlicher Formen von Diskriminierung wie bspw. Geschlecht, Begehren, Race, Alter, sozioökonomischer Status, Ability. Personen die von mehreren Diskriminierungen betroffen sind, sind besonders scheiße dran.

Wir bitten darum, dass keine Parteiwerbung betrieben wird.
Danke!

Solidarische Grüße

Vorbereitungstreffen für Frauen*kampftag 8. März am Di. 10.12.19

Liebe Frauen und Queers,
liebe allies,

Am 8. März ist Internationaler Frauen*kampftag. Seit über 100 Jahren
kämpfen Frauen* an diesem Tag für ihre Rechte und tragen ihren Protest
auf die Straße. Wir wollen uns mit euch am 10.12.2019 um 20 Uhr in der
Gartensia (Gartenstraße 7) treffen um gemeinsam zu überlegen wie wir den 8. März 2020 in
Tübingen gestalten möchten. Wollen wir uns dem deutschlandweiten Frauen*
und Queer Streik-Bündnis anschließen? Lieber eine Demo organisieren?
Eine Infoveranstaltung oder vielleicht ein Konzert? Kommt vorbei und
bringt eure Ideen und Wünsche ein.
Wir möchten uns gegenseitig kennenlernen und Ideen entwickeln – wir
freuen uns über alle, die sich beteiligen und teilnehmen möchten.

Frauen*gruppe Zumutung und Queerfem AG der Interventionistischen Linken
Tübingen und Einzelpersonen

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Dear women and queers,
dear allies,

on the 8th of March is International Women’s Day. For more than 100
years women* have been fighting for their rights that day and are
protesting on the streets. We want to meet with you on 10.12.2019 at 20
o’clock in the Gartensia (Gartenstraße 7) to think about how we want to organize for
March 8, 2020 in Tübingen. Shall we join the women’s and queer strike
alliance? Or organize a demo? Or an info event or maybe a concert? Come
along and bring in your ideas and wishes.
We want to get to know each other and develop ideas – we are happy about
everyone who wants to join and participate.

**
Frauen*gruppe Zumutung and Queerfem AG of the Interventionistische Linke
Tübingen and individuals

Politisches Kabarett zum Pflegenotstand: „Auch schon wieder wach“: Mi. 4.12.19

Willkommen im schönen Bayer-Monsanto-Klinikum. Hier werden Sie noch von motivierten Vollpflegefallkräften versorgt, für die der Pflegenotstand nur eine weitere
Challenge zur Selbstverwirklichung ist.
Die Halbgötter in weiß finden immer etwas Abrechenbares bei ihren Patient*innen. Keine Sorge, auch bei Ihnen.
Für alle kleineren und größeren Problemchen hat der freundliche Pharmareferent immer die richtige Pille dabei und, wenn es Ihnen zu viel zum Schlucken wird, hat er zur Not auch die Tablette gegen die Tabletten griffbereit.
Sie kommen also nicht umsonst ins Bayer-Monsanto-Klinikum, das verbietet schon die Geschäftsordnung.

Für Ihr Leib und Wohl sorgt die exmumifizierte Vollpflegefallkraft Steffen Hagemann.

Eine Kooperation der [iL*] Tübingen mit der Infoladengruppe und dem Wohnprojekt Schellingstraße 6.

Mittwoch 4. Dezember 2019
19:00 Uhr Essen
20:00 Uhr Kabarett
Infoladen, Schellingstr. 6, Tübingen

Veranstaltung „Sozialmedizinische Versorgung im Quartier“ – 7.11.2019

In Hamburg, Berlin, Leipzig und Dresden haben sich in den letzten Jahren
solidarische Gesundheitszentren gegründet. Sie sind in ihrem Quartier
verankert und verbinden ihre medizinische Arbeit mit politischer
Stadtteilarbeit.
Aufgrund der Lebensumstände, wie Arbeit, Wohnen, Bildung, Armut,
Diskriminierungen, etc. existiert in Deutschland, aber auch innerhalb
der einzelnen Städte eine soziale Schere, die sich auf die Gesundheit
niederschlägt. So gibt es Unterschiede beispielsweise in der
Lebenserwartung von ca. 10 Jahren zwischen zwei verschiedenen
Stadtteilen in Hamburg.

Die Motivation der Stadtteilgesundheitszentren ist es, neue Konzepte und
Haltungen in der Gesundheitsversorgung zu etablieren. Sie möchten etwas
unternehmen, damit nicht länger gilt: „Wer arm ist, muss früher sterben.“

Die Initiative Neustart Tübingen und das Tübinger Bündnis für mehr
Personal in unseren Krankenhäusern organisieren einen Input von der
„Poliklinik Hamburg-Veddel“.

Donnerstag, 7.11.2019, 19 Uhr
Saal Eberhardsgemeinde, Eugenstraße 21, 72072 Tübingen