2014

RojavaSolihausbar für Kobanê

am 22.10., ab 19Uhr in der Hausbar der Schellingstraße

Seit mehreren Wochen ist die kurdische Stadt Kobanê, im Norden Syriens, nun hart umkämpft, leider spitzt sich die Lage noch immer weiter zu. Inzwischen ist beinahe die Hälfte Kobanês vom Islamischen Staat (IS) eingenommen. Durch die Besetzung eines Grenzübergangs zur Türkei versucht der IS zudem, die Stadt vom Nachschub abzuschneiden. Zur Stunde hält Kobanê durch den held*innenhaften Widerstand der kurdischen Volksverteidigungskräfte YPG und YPJ weiter stand, allerdings mit völlig unzureichenden militärischen Mitteln.
Das kurdische Projekt in Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien) wird auch deshalb vom IS angegriffen, weil es die Möglichkeit auf eine emanzipatorischer Gesellschaft eröffnet: Selbstorganisation statt „nationaler Befreiung“, Emanzipation der Frauen und der Versuch, für alle Ethnien und Religionen Platz zu haben. Im Falle der Einnahme durch den IS droht ein Massaker und ein schwerer Rückschlag für den revolutionären Prozess in Rojava.

Am 22.10. wollen wir einen kleinen Überblick über die kurdische Bewegung geben und die aktuellen Ereignisse  um den Kampf um Kobanê zusammentragen. Außerdem wollen wir euch aktuelle Initiativen vorstellen, die den Widerstand in Kobanê materiell unterstützen. Danach zeigen wir eine kurze Dokumentation zu den kurdischen Selbstverteidigungskräften.

Im Anschluss findet ein Konzert mit der Band DISPLAY statt, emo/indie/punk aus Berlin.

Die Einnahmen der Hausbar gehen an die Selbstverteidigungsstrukturen in Rojava.

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block11Die Europäische Zentralbank und das Krisenmanagement der EU

Fr 10.10.2014, 20:00 Uhr franz K, Reutlingen

Eine Veranstaltung von attac Reutlingen und der Blockupy-Plattform Reutlingen-Tübingen

Warum blockieren Menschen die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt? Warum will Blockupy die Eröffnung des EZB-Neubaus verhindern? Die EZB ist Teil der Troika, die die europäische Krisenpolitik koordiniert und durchsetzt. Dazu gehören weiter die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds. Dieser war schon für die Strukturanpassungsprogramme für die verschuldeten Länder des Südens verantwortlich und hat sie damit weiter in die Armut getrieben. Die Verträge über das europäische Krisenmanagement legen fest, dass genau diese Erfahrungen jetzt auf Europa übertragen werden sollen. Zentral dabei ist, dass die Länder gezwungen werden sollen, eine extreme Kürzungspolitik aller öffentlichen Ausgaben durchzuführen. Das betrifft vor allem den sozialen Bereich, aber auch andere öffentliche Dienstleistungen. Die Krisenprogramme sehen ebenfalls regelmäßig Lohnkürzungen vor. Das alles treibt Menschen ins Elend und nimmt ihnen jede Form von öffentlicher Unterstützung. Länder, die sich dem widersetzen, verlieren ihre Kreditwürdigkeit. Dabei ist es die EZB, die wesentlich darüber entscheidet, wer Geld bekommt und wer nicht.

Werner Rätz, Mitglied des Blockupy-Koordinierungskreises, wird über die europäische Krisenpolitik, die Rolle der EZB darin und die widerständigen Aktivitäten von Blockupy berichten.

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Flyer-Seite001mit Aurora Gómez Delgado, Aktivistin der Bewegung 15-M

14. Mai 2014, 20 Uhr, Hausbar Schellingstraße 6

Am 15. Mai 2011 fanden in Spanien erstmals landesweite Proteste gegen den staatlichen Umgang mit der Finanzkrise und ihren Auswirkungen wie z.B. einer extrem hohen Jugend-Arbeitslosigkeit statt. In Madrid besetzten tausende Menschen, inspiriert vom „arabischen Frühling“, den zentralen Platz „Puerta del Sol“. Dieses historische Ereignis war der Beginn der bislang größten sozialen Bewegung in Spanien seit dem Ende der Franco-Diktatur: El movimiento 15-M. Seither sind die sozialen Bewegungen in Spanien – auch angesichts der anhaltenden  ökonomischen und sozialen Krise – im Aufschwung begriffen. Sie zeichnen sich durch ihre schöpferische Kraft, Vielfältigkeit in den politischen Zielen und vor allem durch ihren konstruktiven Geist aus.

Aurora Gómez Delgado, Aktivistin der Bewegung 15-M, wird die zahlreichen und alltäglichen politischen Auseinandersetzungen in Spanien vorstellen: Kämpfe gegen Zwangsräumung und Verschuldung, Bildungs- und Arbeitskämpfe ebenso wie in Bereichen der Gesundheitsversorgung und Kultur – „alltägliche Strategien für eine langsame Revolution, die noch einen langen Weg vor sich hat“.

Auch in Deutschland ist in den letzten Jahren eine vielfältige soziale Bewegung gegen die herrschende Krisenpolitik von Regierungen, Europäischer Union und Troika entstanden. Das Blockupy-Bündnis, getragen von einer Vielzahl von Einzelpersonen sowie Gruppen und Organisationen, darunter die Interventionistische Linke, Attac, Gewerkschaften, Jugend- und Studierendenverbände, das Erwerbslosenforum, Die Linke, das Netzwerk Friedenskooperative und das Bündnis „…ums Ganze!“, versucht diese Bewegung weiter und enger zugleich zu vernetzen, auch und gerade in einem europäischen Rahmen. Das neu entstandene europäische Netzwerk hat nun gemeinsame, europaweite Aktionstage/Demonstrationen für Mitte Mai beschlossen. Eine der Demonstrationen findet am 17.5. in Stuttgart statt, zeitgleich mit Demonstrationen in drei weiteren bundesdeutschen Städten sowie in Brüssel, Madrid, Rom, Tessaloniki und vielen anderen europäischen Städten. Aurora Delgado Gomez wird auch auf der Stuttgart Demonstration sprechen. Weitere Informationen zur Demonstration und zu Aktionen im Anschluss an die Veranstaltung.

Blockupy-Plattform Tübingen / Reutlingen

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EU-Krise, Staatsschulden und Sparen: Bringt das was? Was sind die Folgen? Die griechische Erfahrung.

Dienstag, 29.04.2014 | 20 Uhr | Schlatterhaus (Österbergstr. 2), Kleiner Saal

Marica Frangakis (Wirtschaftswissenschaftlerin, Athen) im Gespräch mit und übersetzt aus dem Englischen von Lothar Letsche (DGB-Kreisverband Tübingen).

„Die Griechen haben wie andere Völker Südeuropas über ihre Verhältnisse gelebt und nicht genug gearbeitet. Wir Deutschen sind fleißiger und sollen jetzt ihre Schulden bezahlen. Sollen die Griechen doch sparen und mehr arbeiten.“

Solche Stammtischparolen hört man oft zur EU-Krise, zur Verschuldung der öffentlichen Haushalte und zur „Austeritätspolitik“ (= Einsparen sozialstaatlicher Ausgaben). Ausgegeben werden diese Parolen von PolitikerInnen und neoliberalen ÖkonomInnen – nicht nur in Deutschland. Jetzt „wird in Europa wieder Deutsch gesprochen“ sagt beispielsweise Volker Kauder, CDU, während Populisten aus der rechten Ecke aufgrund solcher nationalistisch aufgeladener Debatten im Vorfeld der EU-Wahlen überall in Europa stärker werden.

In Vergessenheit geraten sind wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse über frühere Krisen und die katastrophalen Folgen von Austeritätspolitik in der deutschen Geschichte. Das wird heute von der Mehrheit der politischen Eliten bewusst unter den Teppich gekehrt. Ebenso, die wirklichen Gründe der Krise der EU. Auch die Folgen, die die massiven Sozialkürzungen, die Deregulierung und die Privatisierung öffentlichen Eigentums und öffentlicher Dienstleistungen für die Bevölkerung Griechenlands und anderer Länder der Eurozone haben, werden vernachlässigt. Marica Frangakis vom Nicos-Poulanzas-Institut in Athen, Mitglied von ATTAC Hellas und der EuroMemo-Gruppe, stellt dar, wie die Krise entstand, wie sie sich konkret in Griechenland darstellt und wie die EU darauf reagiert. Sie informiert über die verheerenden Auswirkungen der Austeritätspolitik, die Griechenland und in der Folge allen europäischen Ländern aufgezwungen wird. Auch wenn die Anteile der griechischen PolitikerInnen deutlich werden, liegen die Ursachen der sogenannten „Schuldenkrise“ vor allem auch in der Wirtschaftspolitik der nordeuropäischen Länder und in den vorherrschenden Ideologien der aktuellen Wirtschaftswissenschaft. Die Wirtschaftswissenschaftwissenschaftlerin, die für mehrere griechische Banken tätig war, stellt Alternativen für ein neu verstandenes, soziales und demokratisches Europa zur Diskussion.

Marica Frangakis ist am diesjährigen gewerkschaftlichen ersten Mai in Tübingen ebenfalls die Hauptrednerin (Marktplatz 11 Uhr).

Eine Veranstaltung von Attac Tübingen, dem DGB-Kreisverband Tübingen, der IG Metall Reutlingen-Tübingen, der Interventionistischen Linken Tübingen, von ver.di medien tuebingen und dem ver.di Ortsverein Neckar-Alb.

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Domestic Workers Count! Kämpfe von Hausarbeiter_innen

Infoladen-Hausbar, Mittwoch, 5.03., Schellingstraße. 6, 19 Uhr Essen, 20 Uhr Veranstaltung

Auch nach über 100 Jahren bleibt der 8. März ein wichtiger Tag der Frauenbewegung, der trotz vieler Errungenschaften feministischer Kämpfe und emanzipatorische Bewegungen an Aktualität nicht verloren hat. Gerade in der aktuellen Krise des Kapitalismus, spitzt sich die permanente Krise der Reproduktion immer weiter zu. Mehrheitlich Frauen* in Berufen wie der Pflege- Erziehungs- und Hausarbeit, besonders in prekären und informellen Arbeitsverhältnissen oder auch in unbezahlter Tätigkeit sind davon stark betroffen. Dies findet jedoch nicht ohne Widerstand statt.

In den vergangenen Jahren haben sich Hausarbeiter_innen transnational zusammengeschlossen und für eine Anerkennung ihrer Arbeit gekämpft. Im Jahr 2011 haben sie so die Konvention 189 der Internationalen Arbeitsorganisation unter dem Titel „Decent Work for Domestic Workers“ erstritten. Diese bildet eine Grundlage für den Kampf der Hausarbeiter_innen, um eine faktische Anerkennung ihrer Rechte durch Regierungen und Arbeitgeber_innen, und macht einen bisher weithin unsichtbaren wirtschaftlichen Sektor arbeitsrechtlich sichtbar.

Maren Kirchhoff arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im D-A-CH Projekt zu Protesten gegen Abschiebungen am International Center for Development and Decent Work (ICDD)/ Universität Kassel. Zuvor war sie internationale Projektkoordinatorin in dem kollaborativen, partizipativen Forschungsprojekt „Social Security Needs of Domestic Workers“, an dem das Research Network for Domestic Worker Rights und das International Domestic Worker Network beteiligt sind. Sie wird über ihre Erfahrungen und die Kämpfe der Frauen* berichten. Im Anschluss wollen wir über die Bedeutung und das Potential dieser Auseinandersetzungen diskutieren.

In dieser Veranstaltung gibt es auch die Möglichkeit sich über die Aktionskonferenz „Care Revolution“ zu informieren, die vom 14. – 16. März in Berlin stattfindet. Mehr Informationen unter: http://care-revolution.site36.net/

Eine Veranstaltung des Infoladens Tübingen, der iL Tübingen – unterstützt von der RLS Baden-Württemberg.

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entwurf5-Seite001Workshop und Infoveranstaltung zu der Care-Revolution Konferenz in Berlin

Mittwoch, 19.02.14, 19-22Uhr im Club Voltaire

Leben und Arbeiten in der Krise – Feministische Perspektiven auf die Krise der Reproduktion

Steigende Mieten, prekäre Arbeitsbedingungen, Kürzungen im Pflege- und Gesundheitsbereich und dabei haben wir weniger Zeit uns um uns selbst und andere Menschen zu kümmern… Vieles, was wir zum guten Leben brauchen, wie Wohnraum, öffentliche Daseinsvorsorge, Krankenhäuser, Betreuungs- und Bildungsstätten usw. werden verstärkt gekürzt, enteignet, privatisiert und dem Zweck der Kapitalverwertung unterworfen.

Im Kapitalismus befindet sich der Bereich der Reproduktion in einer permanenten Krise, weil die Bedürfnisbefriedigung von Menschen nicht der Zweck kapitalistischer Produktionsverhältnisse ist. In der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise spitzt sich der Widerspruch zwischen Bedürfnisbefriedigung und Kapitalinteressen wieder stärker zu. In der Folge werden Sorgearbeit und die Leute, die sie leisten, systematisch abgewertet oder unsichtbar gemacht.

Feministische Perspektive auf die Krise einzunehmen, bedeutet die Kritik am bestehenden vom Standpunkt der Reproduktion her aufzurollen. Welche möglichen Strategien und Analysen ergeben sich aus dieser Perspektive? Wir wollen Ansätze von Silvia Federici, Gabriele Winker, Frigga Haug und den Precarias a la Deriva vorstellen und diskutieren. Im Anschluss wollen wir über die vom 14. bis 16. März in Berlin stattfindende
„Care-Revolution“-Konferenz informieren und zur Teilnahme an der Konferenz aufrufen.

Eine Veranstaltung der interventionistischen Linken Tübingen und der
Frauengruppe Zumutung Reutlingen mit Irene Poczka, AK Reproduktion Berlin

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg Stiftung

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CHIAPAS-ENTIERRO«Tod@s somos iguales – tod@s somos diferentes» – Widerstandsperspektiven von zapatistischen Frauen

20 Jahre Aufstand der Zapatistas in Mexiko

28.01.2014, Schellingstraße 19Uhr/20Uhr

Am 1. Ja­nu­ar 2014 jährt sich zum 20. Mal der Auf­stand der Za­pa­tis­tas in Ch­ia- pas/Me­xi­ko. An Neu­jahr 1994 er­ho­ben sie sich mit einem «¡Ya Basta!» / «Es reicht!» gegen Re­gie­rung, neo­li­be­ra­len Ka­pi­ta­lis­mus, Ras­sis­mus, Patriarchat und Aus­beu­tung. Seit 20 Jah­ren leben sie nun in ihren über 1.​000 Ge­mein­den eine auf Gleich­be­rech­ti­gung, Ba­sis­de­mo­kra­tie und So­li­da­ri­tät ba­sie­ren­de Alter­na­ti­ve. Ihre an­hal­ten­de und ge­leb­te Re­vo­lu­ti­on «von links und unten» hat viele Men­schen welt­weit in­spi­riert. Die Zapatistas sehen ihren Aufstand als Teil eines weltweiten Widerstandsnetzwerkes.

Im Vortrag geht es um die Widerstandperspektiven von zapatistischen Frauen, deren Ausgangspunkt die «Revolution vor der Revolution» durch das zapatistische Frauengesetz markiert. Was wollte das zapatistische Frauengesetz, wie ist der aktuelle Bezug darauf und welche Veränderungen konnten die zapatistischen Frauen auf dieser Grundlage trotz der repressiven Bedingungen des Krieges niederer Intensität in Gang bringen?

Durch das Revolutionäre Frauengesetz wurden die Partizipation und der Ausbau von Frauenrechten in verschiedenen Lebensbereichen eingefordert. Bei der Besetzung der Verwaltung der kolonial geprägten Bezirkshauptstadt San Cristóbal de las Casas am 01. Januar 1994 hatte Mayorin Ana María das Kommando inne. Comandanta Ramona repräsentierte in den ersten Jahren des Aufstands die spezifisch situierten Perspektiven zapatistischer Frauen bei öffentlichen Großereignissen. Und nicht zuletzt als im Jahr 2001 Comandanta Esther als erste indigene Frau in der mexikanischen Geschichte vor dem Nationalen Kongress sprach, wurde die Bedeutung der Genderkämpfe innerhalb der zapatistischen Bewegung deutlich. Auch auf lokaler Ebene in den zapatistischen Unterstützungsgemeinden und in alltäglichen Lebensbereichen sind zapatistische Frauen nunmehr 20 Jahre sichtbar und aktiv.

Die Referentinnen Miriam Trzeciak und Anna Meuth haben beide mehrfach das Aufstandsgebiet in Chiapas besucht und zuletzt im Sommer an der kleinen zapatistischen Schule teilgenommen.

Der Vortrag beginnt ab 20:00 Uhr. Ab 19:00 gibt es die Möglichkeit sich mit Vokü zu stärken und mit Filmen zum zapatistischen Aufstand auf den Vortrag einzustimmen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg statt.

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